Rennfeuer

Das Verfahren der Eisenverhüttung von der Eisenzeit bis ins Mittelalter wird Rennfeuer genannt. Der Name leitet sich aus dem Wort „rinnen“ ab, wobei hier die im Prozess entstehende flüssige Schlacke gemeint ist.
Die folgenden Bilder zeigen einen Schachtofen mit eingetiefter Schlackegrube.

 


© Gundel

 

In den früheren Rennfeuern wird das Eisen im Gegensatz zur heutigen Eisenverhüttung nicht erschmolzen, da nur Temperaturen von etwa 1200 – 1300 °C erreicht werden. Die Schmelztemperatur von Eisen liegt aber bei über 1500 °C.



© Holdermann

Der Ofen wird schichtenweise mit Holzkohle und Erz beschickt. Mit Hilfe von Blasebälgen (bzw. heute mit einem elektrischen Gebläse) wird Luft durch die am Fuß des Ofens angebrachten Düsen in das Innere des Ofens geleitet.

 Die im Eisenerz enthaltenen tauben Gesteinsreste werden bei Temperaturen um ca. 1200 °C flüssig und fließen als Schlacke in die in den Boden eingetiefte Schlackegrube. Gleichzeitig laufen im Rennofen folgende chemische Prozesse ab:


Der Kohlenstoff reagiert nicht direkt in einer Redoxreaktion mit dem Eisenoxid im Ofen, sondern erst durch die Bildung von Kohlenmonoxid. Kohlenmonoxid reduziert das Eisenoxid zu Eisen und Kohlendioxid.

 

Kohlendioxid + Kohlenstoff → Kohlenmonoxid

CO2 + C → 2CO

 

 

Kohlenmonoxid + Eisenoxid → Eisen + Kohlendioxid

3CO + Fe2O3 → 2Fe + 3CO2

 

 ©Trommer

 

Der Ofen wird beim Öffnen zerstört.

Das auf diese Weise aus dem Eisenerz herausgelöste Eisen verklebt im teigigen Zustand miteinander und bildet ein schwammig-poröses Gebilde, die sogenannte Luppe, die aber stark mit Schlackeresten durchsetzt ist.

 

 (C) Trommer

Diese Luppe wird nun durch mehrfaches Erhitzen und Schmieden von ihren Verunreinigungen getrennt, wobei die typische Barrenformen entstehen, die als Handelsware und Zahlungsmittel weit verbreitet waren.


 (C) Trommer

 

 

 

 

 

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