Das Feuerschlagen

 

Leider besteht auch heute noch der weit verbreitete Irrtum, dass sich mit zwei Feuersteinen oder Quarziten Feuer machen lässt. Echte Zündfunken entstehen allerdings nur, wenn man mit dem Feuerstein gegen ein eisensufildhaltiges Mineral (z.B. Pyrit) schlägt. Diese entstehen dadurch, dass sich beim Schlagen kinetische Energie in thermische Energie umwandelt, die die Verbrennung der aus dem Pyrit herausgelösten Partiel aktiviert. (Sehr schön erklärt bekommt man das auf folgender Seite: http://www.chemieunterricht.de/dc2/pyrit/pyrit_05.htm).


 Die glühenden Funken lässt man auf ein geeignetes Zundermaterial fallen, z.B. den echten Zunderschwamm fomes fomentarius, der durch seine samtige Oberfläche und seine chemischen Eigenschaften die Funken sehr gut annimmt und weiterglimmt ohne zu verlöschen. 

Die Pyritknolle wird mit aufgestützter Hand über den Zunder gehalten. Dann schlägt man mit dem Feuerstein kurz und hart daran entlang, bis ein Funken auf dem Zunder liegen bleibt. Bei dieser Methode entsteht auf der Pyritknolle eine charakteristische Schlagrille, wie sie auch auf der Pyritknolle aus dem Vogelherd/Baden-Württemberg zu finden ist.  

Mit dem Aufkommen der Eisenverarbeitung am Ende der Bronzezeit wird man schnell erkannt haben, dass beim Schlag mit einem harten, kohlenstoffreichen Eisenstück auf einen Feuerstein Funken fliegen. Dieses Phänomen macht man sich beim Feuerschlagen mit Stahl und Stein zunutze. Entscheidend hierbei ist die Qualität des Stahles: Je härter der Feuerstahl ist, desto kleiner sind die herausgerissenen Eisenpartikel, desto bessr wird die Reibungswärme umgesetzt, desto besser ist die Qualität der Funken.

Feuerstähle sind seit der Latènezeit sicher archäologisch belegt, eventuell können sogar einige Eisenartefakte aus der Hallstattzeit als Feuerstahl angesprochen werden. Es gibt einen großen Formenreichtum von groben Eisenstücken bis hin zu filigranen barocken Formen. Einige Stücke sind multifunktional, zum Beispiel allamanische Taschenbügel oder Feuerschlagmesser.

Den Feuerstahl führt man in einer kurzen Bewegung von oben nach unten an einer scharfen Kante des Feuersteins entlang. Der Zunder liegt hier AUF dem Feuerstein, da die Funken eher nach oben wegspringen.

Eine Auswahl unterschiedlicher Feuerschläger kann man in der Galerie betrachten.

         

Joomla templates by a4joomla