Das Feuerbohren

Feuerbohrer und ähnliche Feuerzeuge beruhen auf dem Prinzip der Feuererzeugung durch Reibung (Friktion).

Derartige Feuerzeuge sind archäologisch noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Alle Teile des Feuerzeugs bestehen aus organischem und somit leicht vergänglichem Material. Trotzdem glaubte man lange Zeit, dass diese Art der Feuererzeugung die älteste sei. Bis lang gilt als ältester gesicherter Nachweis der Feuerbohrer aus dem Grab des Tutanchamun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Feuerbohrer besteht aus

  • einem Feuerbrett (möglichst aus harzfreiem weichem Holz, z.B. Pappel) mit Kerben

  • einem Bohrer (z.B. aus Hasel)

  • einem Widerlager für den Bohrer mit strapazierfähiger Sehne

  • einer Unterlage für das Holzmehl (z.B. dünne trockene Birkenrinde)

 

Der Vorgang des Feuerbohrens:

Zur Vorbereitung legt man unter eine Kerbe des Feuerbohrers die Unterlage, auf der das entstehende Holzmehl fallen soll. Nun stellt man (als Rechtshänder) den linken Fuß auf das Feuerbrett und kniet sich auf das rechte Bein. Der Bohrer wird mit einer Wicklung in die Sehne des Bogens eingelegt, nahe an der Kerbe aufgesetzt und mit dem Widerlager gehalten. Der Bogen wird nun erst langsam, aber gleichmäßig hin und her bewegt, wobei man darauf achten muss, dass der Bohrer nicht zu fest auf das Brett gepresst wird. Ein leichtes Schräghalten des Bohrers erleichtert das Lösen und Herausfallen der Späne, die sich nun in der Kerbe sammeln. Durch das zügige Bohren entsteht nun Reibungshitze, durch die das Bohrmehl entzündet wird. Mit Hilfe der Unterlage kann nun das entzündete Bohrmehl aufgenommen und mit Zunder oder trockenem Material zu einem Feuer ausgebaut werden.

 (C) alle Fotos Trommer

 

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